Zitate

Joachim Seiferts Bilder sind trotz seiner heftigen Malweise sorgfältig gearbeitet. Die Form wird in einem längeren Malprozess gewissermaßen aus dem Gestischen heraus destilliert, wobei die Bildhaut oftmals ungestüm zerklüftet und immer offen bleibt. Er lehnt es ab, sie fein sorgfältig zu glätten und zu liften.
Seifert ist alles andere als ein Bildmetaphoriker. Er ist einer, der den malerischen Duktus zum eigentlichen Thema macht, was auch immer der Titel des Bildes sein mag.
Aber da sind auch ganz lapidare, topographisch nachvollziehbare (Andalusien-) Studien. Sehr hell die Palette. Genau beobachtet und ganz sicher notiert.
Sie wirken, diese Bilder, wie direkt vor Ort entstanden. Sind sie aber nicht. Seifert ist kein Pleinair-Maler. Aber auch er scheint von Zeit zu Zeit das Direkte, das genaue Hinsehen zu brauchen. Es ist eine heiter durchsonnte Nebenlinie in seinem Werk.

HANS MENDAU 2007

 

Die Bilder sind nicht gefällig, eher spröde. Aber sie mobilisieren das
Auge, auf die Suche zu gehen und Erinnerungen und Empfindungen nachzuspüren.

CORNELIA FELSCH
Märkische Allgemeine

 

Die Fähigkeit, mit beiden Händen gleichwertig zu malen, zu zeichnen und zu schreiben, ermöglicht Joachim Seifert ein Maß an Flexibilität und Spontaneität, das vielen seiner Bilder eine sehr treibende, manchmal fast ruhelose, nervöse Kraft verleiht.
Die Bilder sind unbefangen mit dem Wechsel zwischen skriptoralen Momenten zu intensiv farbigen oder grafisch-zeichnerischen. So entstehen Farbschlieren (oft mit dem Spachtel aufgetragen), Zeichen, die an Worte erinnern oder Worte sind, offene zarte Durchbrüche oder massive schwarze Verschränkungen.
Die Bilder entstehen im Atelier. Sie wollen keine idyllischen Bildorte sein, wo alles von Anfang an seinen Platz hat, sondern Orte größtmöglicher Assoziationskraft mit einem weiten Spektrum an Fragen.

BETTINA SCHOLZ 2009

 

Joachim Seifert malt aus der körperlichen Geste heraus, zeichnet, kratzt, wirft. Nichts ist dabei geschönt, glatt. Er folgt einem Impuls, der etwas Wesenseigenes wiedergibt, etwas, das man auch in seiner Körpersprache verorten kann.
In den Arbeiten finden sich auch sprachliche Zeichen. Wortungetüme nehmen den Bildraum ein, verdrängen ihn oder bersten aus dem Hintergrund hervor. Doch es gibt auch zarte Signale von Schrift …
Der Wechsel ins schreibende Zeichnen, ins Finden spiegelverkehrter Wörter eröffnet eine Rätselhaftigkeit, die uns den vertrauten Boden entzieht.
Die gefundene Bildsprache will so gelesen werden, wie sie ist, was sie ist.

MADY PIESOLD 2010